58 Tage mit dir

Das hier ist für meine lieben Freunde.

Ich bewundere euren Mut und eure Stärke und bin sehr dankbar an eurem Leben teilhaben zu dürfen.

An einem Tag im Februar.

Ein Engelskind wird geboren.

 Ihren Namen hat sie von ihrem Bauchpapa bekommen.

Ihre Baucheltern: Das sind die beiden Menschen, die ihr das Leben schenkten. Die ihr ein Zu Hause gaben. Für eine kurze Zeit, wenn auch das unsichtbare Band einer Mutter zu ihrem Kind auf emotionaler Ebene nicht genährt wurde. Die natürliche Bindung zwischen Mutter und Kind, die bereits in der Bauchzeit entsteht. Dieses Band können wir nicht vollumfänglich kappen. Niemals. Nicht während der Bauchzeit, nicht zu Lebzeiten und auch nicht darüber hinaus. So soll es sein. Aber wir können es nähren, damit es wachsen kann und damit es fester und belastbarer wird. Oder eben nicht. Die Baucheltern haben eine Entscheidung getroffen. Die Entscheidung das besondere Band zu ihrem Engelskind nicht bewusst zu nähren. Weder in der Bauchzeit, noch zu Lebzeiten. Sie haben ihr Engelskind weggegeben. Sie gaben ihr einen Namen und ein paar unausgesprochene Wünsche mit auf den Weg. Kein Brief, kein Bild, keine Erinnerung an etwas, das einst durch ein unsichtbares Band gehalten wurde. Dann gab es noch einige Anforderungen an die Familie und deren Lebensumstände, in der sie leben sollte. Ihr Kind war ihnen nicht egal. Ihr Lebensglück lag ihnen am Herzen. Weiterlesen…

Ein Klaps auf den Po hat noch keinem geschadet – ein Aufruf zur Reflexion

Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“

So steht es im Gesetz. Punkt.

Dem gibt es eigentlich aus meiner Sicht nichts mehr hinzuzufügen und doch habe ich das dringende Bedürfnis meine Stimme zu erheben. Denn als ich die Frage, die Antenne Bayern kürzlich in einem Facebook-Post seinen Followern stellte, lese, schnürt es mir die Kehle zu. „Ist es in Ordnung, Kindern hin und wieder einen Klaps auf den Hintern zu verpassen?“. Ich lese die zahlreichen Kommentare aus den Reihen der Facebook-User und ich bin entsetzt, sprachlos. Denn: NEIN. Es ist überhaupt nicht in Ordnung. Und da gehen die Meinungen ganz offensichtlich sehr weit auseinander.

Susanne, STOP, hör auf zu lesen!“ Eine Stimme in mir schreit mich förmlich an. Denn es tut weh. Das Lesen. Die Palette an Gefühlen, die sich in meinem Brustkorb ausbreiten ist bunt und doch münden sie alle in einem dunklen Schwarzton. An erster Stelle ist da blankes Entsetzen und Hilflosigkeit. Und dann noch Wut. Traurigkeit. Resignation. Weiterlesen…

Hamsterrad

Wie ferngesteuert laufen wir, starr geradeaus blickend, in unserem Hamsterrad. Der Berg an Aufgaben und Verpflichtungen, zu hoch. Die Menschen, die uns umgeben, zu laut. Der Zog aus gesellschaftlichen und familiären Anforderungen, zu schnell. Die Erwartungen, die an uns gestellt werden, erdrückend. Und was tun wir? Geprägt durch unsere Erziehung, die uns zu funktionstüchtigen Maschinen gemacht hat, sind wir bereit uns allen Anforderungen und Erwartungen, die da draußen auf uns zu warten scheinen, zu stellen. Ihnen gerecht zu werden. Wir funktionieren. Wir tun Dinge, weil sie getan werden müssen und weil wir diese schon immer so gemacht haben.

An einem kühlen Herbstmorgen spaziere ich mal wieder entlang des Flusses. Endlich habe ich mir Zeit genommen. Endlich bin ich wieder bei mir. Endlich habe ich es geschafft aus dem Hamsterrad auszusteigen und einen Moment inne zu halten. Was will ich? Was tut mir gut? Was ist zu viel und wovon brauche ich mehr? Kann ich die Hausarbeit auch mal liegen lassen und mir die Zeit nehmen etwas für mich zu tun? Kann ich mein nörgelndes Kind warten lassen, weil ich einen interessanten Artikel zu Ende lesen möchte? Kann ich das rote Blinken am Telefon ignorieren und später zurück rufen, weil ich gerade einfach keine Lust darauf habe? Kann ich NEIN sagen, zu all den Dingen, die in meinem Umfeld von mir erwartet werden, zu denen ich jedoch nicht bereit bin, weil diese nicht gut tun, zu viel sind. JA. Ich kann. So komme ich mir endlich wieder ein Stück näher. Tief atme ich die kühle Morgenluft ein. Ich schließe die Augen. Atme wieder aus. Alles erscheint mir auf einmal so klar. Ich komme wieder zu mir, zur Besinnung. Tschüss Hamsterrad, hallo Leben!