Das brave Kind, das immer hört

Ich glaube nicht, dass es Kinder gibt, die von Natur aus immer hören und welche, die dies nicht tun. Und was soll es überhaupt bedeuten, dass ein Kind brav ist? Und will ich überhaupt, dass meine Kinder brav sind und immer auf mich hören?

Ich stelle mir vor, wie ich von einer Familienfeier aufbreche, mir ein Mitglied der Sippschaft anerkennend auf die Schulter klopft und voller Stolz sagt : „Du warst heute aber brav!“ Genau genommen finde ich die Vorstellung wirklich grotesk. Wer darf mir denn so was sagen? Und vor Allem, wie hätte ich mich dann verhalten müssen? Ich hätte all den unterschiedlichen Vorstellungen und Erwartungen verschiedener Menschen an das Verhalten ihrer Mitmenschen entsprechen müssen. Ähhhh, nee. Weiterlesen…

In deinen Schuhen

Deine ersten Schuhe waren wir heute kaufen. Für mich ein ganz bewegender und emotionaler Moment. Nicht nur, weil es etwas ganz besonderes ist, wenn ein Kind laufen lernt. Und nicht nur, weil es so niedlich ist, wie du zögernd einen Fuß vor den anderen setzt und dich dabei so sehr freust. Nein, es ist auch deswegen, weil es für uns Eltern ein erstes Loslassen bedeutet. Und für dich ein erstes „auf eigenen Beinen stehen“ und ein mit unsicheren Schritten einem autonomen Sein entgegen Gehen.

Ich begleite dich bei all deinen kleinen Schritten. Und bei den Großen. Sofern du mich lässt. Ich gebe dir Wurzeln. Du sollst dich sicher fühlen. Du sollst vertrauen. Darauf vertrauen, dass ich für dich da bin, immer. Darauf vertrauen, dass du einfach du sein darfst und geliebt wirst, egal was da ist. Und ich gebe dir Flügel. Damit du loslaufen kannst in dem Vertrauen, dass du immer wieder zu mir zurück kommen kannst. Zurück in deinen sicheren Hafen.

58 Tage mit dir

Das hier ist für meine lieben Freunde.

Ich bewundere euren Mut und eure Stärke und bin sehr dankbar an eurem Leben teilhaben zu dürfen.

An einem Tag im Februar.

Ein Engelskind wird geboren.

 Ihren Namen hat sie von ihrem Bauchpapa bekommen.

Ihre Baucheltern: Das sind die beiden Menschen, die ihr das Leben schenkten. Die ihr ein Zu Hause gaben. Für eine kurze Zeit, wenn auch das unsichtbare Band einer Mutter zu ihrem Kind auf emotionaler Ebene nicht genährt wurde. Die natürliche Bindung zwischen Mutter und Kind, die bereits in der Bauchzeit entsteht. Dieses Band können wir nicht vollumfänglich kappen. Niemals. Nicht während der Bauchzeit, nicht zu Lebzeiten und auch nicht darüber hinaus. So soll es sein. Aber wir können es nähren, damit es wachsen kann und damit es fester und belastbarer wird. Oder eben nicht. Die Baucheltern haben eine Entscheidung getroffen. Die Entscheidung das besondere Band zu ihrem Engelskind nicht bewusst zu nähren. Weder in der Bauchzeit, noch zu Lebzeiten. Sie haben ihr Engelskind weggegeben. Sie gaben ihr einen Namen und ein paar unausgesprochene Wünsche mit auf den Weg. Kein Brief, kein Bild, keine Erinnerung an etwas, das einst durch ein unsichtbares Band gehalten wurde. Dann gab es noch einige Anforderungen an die Familie und deren Lebensumstände, in der sie leben sollte. Ihr Kind war ihnen nicht egal. Ihr Lebensglück lag ihnen am Herzen. Weiterlesen…